Internationale Esperanto Bewegung 1914 5 A GE

El Vikifontaro
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Internationale Esperanto-Bewegung[redakti]

Einen wichtigen Fortschritt hat der bevorstehende zehnte Esperanto-Weltkongreß in Paris im Gefolge: Esperanto hat in der franzosischen Postverwaltung offiziell Eingang gefunden! Nach einer im „Matin" veröffentlichten Mitteilung finden jetzt Montags und Dienstags im Pariser Hauptpostamt Esperantokurse für Postbeamte statt. Diese Kurse haben den Zweck, eine genügende Anzahl von esperantistischen Postbeamten für den Kongreß heranzubilden. Die nach Beendigung der Kurse prämiierten Beamten werden während der Dauer von esperantistischen Veranstaltungen und Festen dem esperantistischen Publikum zur Verfügung- gestellt, und als Erkennungszeichen werden sie den grünen Stern tragen. In solchen Fällen wird die Postverwaltung den betreffenden Beamten besondere Vorteile gewähren. Den einleitenden Vortrag für die Kurse hat Herr Michelis di Rienzi, Revisor in der Postdirektion des Seine-Distrikts, gehalten.

Dieselbe Klage, die wir schon wiederholt im G. E. zum Ausdruck gebracht haben, wird auch in der Ondo de Esperanto einmal wieder laut: Bei dem in Petersburg abgehaltenen russischen Lehrerkongreß waren mehr als 20 Esperantisten vertreten, und nicht ein einziger von ihnen trug den Stern! Es ist höchst bedauerlich, daß es immer noch so viele Esperantisten gibt, die den hohen Wert dieses offen und sichtbar für alle getragenen Zeichens nicht einsehen wollen; denn daß sich heute noch. Esperantisten schämen sollten, sich offen als solche zu bekennen, ist doch kaum anzunehmen. Bei dieser Geleg-enheit macht die „Ondo" zugleich auf eine andere Sache aufmerksam, die wohl verdient, auch anderweitig- berücksichtigt zu werden. Auf dem besprochenen Kongreß hatte auch ein Esperantist einen Vortrag über Esperanto angemeldet. Diese Meldung war aber so spät eingelaufen, daß der Vortrag sehr spät an die Reihe kam. Da wegen Zeitmangel den letzten Rednern nur je 5 Minuten Redezeit gewährt wurde, so kam der Esperantist garnicht zum eigentlichen Thema. Eine Hauptsache ist es daher, beabsichtigte Vorträge, die Werbezwecken dienen sollen, bei Kongressen und Versammlungen rechtzeitig dem veranstaltenden Ausschuß mitzuteilen, damit genügend Zeit zum Reden sowie auch zu einer Aussprache ist, da es doch vor allem auch darauf ankommt, etwaige Angriffe zurückweisen zu können. Bis jetzt haben das die Esperantisten wenigstens gern gesehen, da sie bei einer Aussprache immer am besten abschneiden. Daher sollten sie eine solche unter allen Umständen herbeiführen. Dazu ist jedoch Zeit nötig. Eine sehr empfehlenswerte Einrichtung hat die Schweizerische Esperanto - Gesellschaf t getroffen. Es sind dort Vertreter eingeführt worden, von denen jeder eine bestimmte Tageszeitung zu bearbeiten hat. Hierzu bekommen sie von einer Zentralstelle aus monatliche Mitteilungen, die sie den Zeitungen nur weiterzugeben haben. Diese Einrichtung hat sich so vortrefflich bewährt — bis jetzt brachten alle aufgeforderten Zeitungen die Berichte gern —, daß man bedauert, daß sich bis jetzt nur 14 zu dem Posten als Vertreter gemeldet haben; man könnte die zehnfache Anzahl gebrauchen. Bestimmt ist diese Einrichtung, die im wesentlichen dem Presse-Ressort der G. E. A. entspricht, ein vorzüglicher Weg, um immer mehr Kenntnis von dem Nutzen des Esperanto ins Publikum zu bringen. Die Zeitungen zu gewinnen, ist eine ebenso wichtige Aufgabe, wie die Eroberung der Schulen, und wenn auch schon manche Zeitung, die früher gegen Esperanto war, gewonnen ist, so ist hier doch noch ein sehr weites Feld offen, wo eine frische Propaganda einsetzen kann und muß.

Ganz allmählich scheint sich Esperanto als internationales Mädchen für alles auszubilden. Da fordert der ungarische Schauspieler Jul. Baghy aus Kassa in Ungarn alle Kollegen und Theaterfreunde auf, ihm brieflich Mitteilung über das Theaterleben eines jeden Landes und Ansichtspostkarten mit Bildern berühmter Schauspieler und schöner Theater zu senden, da er ein Werk über die Theater des zwanzigsten Jahrhunderts schreiben will. J. A. Hodges in Auckland bittet die esperantokundigen Lehrer, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, da das neuseeländische Unterrichtsministerium Reisestipendien für Auslandsreisen für Lehrer ausgesetzt hat, damit sie in den ausländischen Schulen von England und dem europäischen Festlande die dort benutzten Lehrmethoden studieren. Ovo Ch. Qvens in Hamburg sucht seinen Familienstammbaum auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege zu vervollkommnen. Eine sehr sehenswerte Sammlung von Insekten wird sich auf dem Pariser Kongreß den Besuchern vorstellen; sie ist allein durch Esperantisten aller Länder zusammengetragen worden und jeder wird gebeten, noch weiter mitzuhelfen und die Sendung an S-ro P. Varnier in Meaŭ (Frankreich), Del. der U. E. A., zu senden. Genauere Angaben, wie die Insekten zu verpacken sind, finden sich in der Zeitschrift Esperanto No. 5, 1914, aus der wir auch obige Mitteilung entnommen haben.

Der blinde Esperantist Eroŝenko, der im vorigen Jahre eine Reise von Moskau nach England unternahm, hat jetzt eine solche nach Japan, und zwar ohne Begleitung, angetreten. Er hofft, seine Reise auch dieses Mal wieder nur mit Hilfe der U. E. A. durchführen zu können.

Im April fing Herr Lajos Keteli eine neue Reise mit Bildervorträgen in Esperanto über sein Vaterland Ungarn von Buenos Aires aus an. Er gedenkt durch China, Japan und ganz Sibirien zu reisen und will zum 10. Kongreß in Paris sein. Europa

Belgien — In Amsterdam gründete sich in dem Verein der Guttempler eine besondere Esperantogruppe mit der Aufgabe, unter ihren Gesinnungsgenossen Esperanto zu verbreiten. — Eine Zigarrenfabrik in Rotterdam macht für ihre Erzeugnisse Propagandain 7 Sprachen, darunter auch Esperanto. Bulgarien — Nachdem auf dem Balkan Ruhe eingetreten ist, fängt die Esperantobewegung wieder an, in Fluß zu kommen. Viele Gesinnungsgenossen hat der Krieg dahingerafft, darunter auch den sehr eifrigen Schriftleiter der Lumo, Herrn Harahambey aus Tirnovo. — In Rusĉuk bringt das wöchentliche Beiblatt der Tageszeitung Telegramm, „die Kultur", fast regelmäßig Artikel über Esperanto. Hier und da fjingt man auch schon wieder mit Kursen an, so in Haskovo, Viddin u. a.

Finnland — In Helsingfors baten die Schüler der gemischten Schule von Lömbök um Esperantounterricht. In den Fenstern der Akademischen Buchhandlung ist eine dauernde Ausstellung von Esperanto - Literatur. Gleich nach Eröffnung derselben wurde in einem Zimmer der Universität ein Kursus begonnen, wozu der Rektor seine Erlaubnis gegeben hatte; an demselben nahmen 25 Personen teil.

Frankreich — Bürgermeister Guerineau vom XIII. Arrondissement in Paris erfüllt nun das gegebene Versprechen, zum 10. Kongreß Esperanto zu lernen; auch seine Gattin nimmt am Unterricht teil. Ferner erhielten die Gruppen die Erlaubnis, Kurse im Schulhause abzuhalten; auch eine Beihilfe hierzu wurde ihnen gewährt. — Sämtliche Pariser Gruppen unternahmen letzthin einen gemeinsamen Abendgang nach dem Montmartre, wie dies jedes Jahr einmal zu geschehen pflegt. Auch diesmal verlief der Abend, an dem über 200 Personen teilnahmen, wie immer sehr vergnügt. — Ein russischer Student der Universität in Grenoble hielt einen längeren Vorträg über die großen Schwierigkeiten, die sich der Verbreitung des Esperanto in Rußland entgegenstellten, und wie es dennoch möglieh gewesen sei, Esperanto in weiten Kreisen zu verbreiten. Besonders in kaufmännischen Kreisen mache es große Fortschritte. — in ia Roche-sur-Yon hielt der Professor des Lyeeums Duviard einen Propoganda- vortrag, bei dem auch der Bürgermeister, der Vizebürgermeister und viele Stadträte, der Kreisrat, der Präfekt und der Gerichtspräsident anwesend waren. Da auch von auswärts gute Propagandaredner gekommen waren, so brachte der Vortrag einen großen Erfolg. Ein sich an denselben anschließender Kursus war so zahlreich besucht, daß das Zimmer die Teilnehmer nicht zu fassen vermochte. — Den Anfang der Jahresversammlungen machte die Föderation der Pariser Gegend in Lervallois - Perret. — Ein sehr ansprechendes Propagandabild haben Mitglieder der Gruppe in Beauvais ersonnen. Das Bild zeigt vier Menschen verschiedener Rassen, die sich ganz gemütlich unterhalten, während in einer Ecke ein Dolmetscher sich verzweifelt die Haare rauft; der Vertreter der europäischen Rasse zeigt das Gesieht von Carlo Bourlet. Das Bild ist hergestellt in drei verschiedenen Ausführungen, als Albumbild, Postkarte und Visitenkarte; es ist von der Gruppe in Beauvais (Oise) zu beziehen.

Großbritannien Auf dem Kriegsschiff Vernon wurde ein Esperanto - Propagandavortrag gehalten; es meldeten sich 28 Mann der Besatzung zu einem Kursus. — In. London benutzen seit einem Monat 2 neue Geschäfte Esperanto zum Anpreisen ihrer Waren im Auslande; eins dieser Geschäfte gewährt Esperantisten 10 % Rabatt (Carrew & Caread). >— Der Polizeichef von Edinburgh erlaubte 5 Polizisten, die ihr Esperantoexamen bei der B. E. A. abgelegt haben, den Kongreß in Paris zu besuchen. — In Streatham bildete sich unter den Pfadfindern eine eigene Esperantogruppe. Holland — In Breda fand der 5. Kongreß der niederländischen katholischen Esperantisten statt. Vom Wetter begünstigt, war er zahlreich besucht. Eröffnet wurde er wie immer durch eine heilige Messe, der eine Predigt in Esperanto von Pater Esslaar in der Kirche vom St. Antonius folgte. Der nächste Kongreß wird in Oisterwijk stattfinden.

Italien — Der 5. italienische Esperanto-Kongreß findet vom 3. bis 5. Oktober d. J. in Bologna statt.

Oesterreich-Ungarn — In Prag ist ein EsperantoBüro der U. E. A. errichtet worden, wo fremde Esperantisten freundliche Aufnahme finden und jede gewünschte Auskunft erhalten. — Der Präsident der „Ungarischen Esperanto - Gesellschaft" gewann den Direktor der staatlichen Tonindustrie-Fachschule für Esperanto, und dieser erlaubte die fakultative Einführung des Esperantounterrichts in die Schule. Ferner stellte er ein Schulzimmer für die Zusammenkünfte der Gruppe zur Verfügung und versprach auch, Artikel über Esperanto in den Fachzeitungen zu veröffentlichen. Auch der Direktor der königlichen HauptRealschule versprach, den Esperantounterricht in der Realschule und im Gymnasium zu gestatten. — In der Kunstschule zu Budapest eröffnete der ungarische Esperantoverleger Kökai einen Wettbewerb für Zeichnungen von Esperanto-Reklameinarken. Vorher fand ein Propagandaabend statt, wobei vor zahlreich erschienener Zuhörerschaft unter anderem auch verschiedene schön und künstlerisch ausgeführte EsperantoSiegelmarken und die Esperantoflagge in Lichtbildern vorgeführt wurde. — Auch in Kispeŝt fand wieder ein i gut besuchter Propagandaabend statt, ebenso in Szeskes- , feherv&r. — Der 3. ungarische Esperanto-Kongreß wird zu Pfingsten in Szeded abgehalten, wo man große Vor- : bereitungen dazu getroffen hat.

Portugal — In Lissabon gründete sich unter dem i Namen „LisbonaEsperantistaSocieto" eineneueGruppe, I die schon 47 Mitglieder zählt. Am 2. Mai fand in Lissa- i bon ein nationaler Kongreß der Handels- und Industrie- ; Gesellschaften statt, auf dem auch 3 Themen über Es- j peranto verhandelt wurden: 1. Esperanto, die Sprache i des Kaufmanns, 2. Esperanto und der kaufmännische > Unterricht und 3. die Nützlichkeit des Esperanto für kaufmännische Beziehungen. Ueber die Ergebnisse werden wir in einer späteren Nummer berichten. j Rußland — In Warschau zog die Gruppe in ihr 1 neues Heim (Foksal 17), wo jetzt jeden Donnerstag abend von 8 bis 10 unter Führung von Herrn ; Grabowski die Zusammenkünfte stattfinden. Die Kurse waren im letzten Jahre im Vergleich zu früher nur wenig besucht. — In der Aula der Universität Charkow hielt ein Professor der Philologie aus Moskau einen Propagandavortrag über Esperanto, der von großem Erfolg war, wozu eine gleichzeitige Ausstellung sowie gute Besprechungen in den Tageszeitungen wesentlich beitrugen. — In Dorpat sind endlich die Satzungen der Esperanto-Gruppe genehmigt worden; an der Eröffnungssitzung der dortigen Esperanto - Gesellschaft nahmen 80 Personen teil. Schweden — In Gothenburg hielt Ingenieur Wallin einen Vortrag über Esperanto, woran sich ein Kursus schloß. Sehr behilflich waren dabei die Herren Lindal und Lindström.

Schweiz — In Lausanne sprach Herr Schenk im Klub für Frauen Wahlrecht mit gutem Erfolg über Esperanto, ebenso in Lyß Herr Schmidt aus Bern im Gemeinnützigen Verein, woran sich ein Kursus mit 16 Teilnehmern schloß. — Im Rohrschacher Boten erscheint jetzt regelmäßig eine Esperantoecke. — In Bern läßt ein Verleger ein von ihm herausgegebenes Buch in Esperanto übersetzen.

Amerika Vereinigte Staaten

Sehr eifrig arbeitet die vor drei Jahren gegründete Esperanto-Studenten-Liga, die ihre Mitglieder nur in Lyceen und gleichartigen Schulen wirbt. Sie hat ein sehr bemerkenswertes Jahrbuch herausgegeben und eine herumgehende Bibliothek für die Mitglieder geschaffen. Ihr Bestreben ist, allen ihren Mitgliedern eine vollkommene Beherrschung der Esperantosprache zu verschaffen. Für die nächste Zeit beabsichtigt man, in allen Zeitungen für Knaben und Mädchen eine ausgedehnte Propaganda in die Wege zu leiten; jedenfalls ein vorzüglicher Gedanke! — In Pitsburg hatte die Akademie der Wissenschaft und Künste eine festliche Veranstaltung; eine der am besten besuchten Abteilungen dieser Vereinigungen ist die Esperantosektion. — In Gainesville war bei einer regelmäßigen Zusammenkunft der „Philomathean", einer literarischen Gesellschaft, der Hauptvortrag: „Darf Esperanto die internationale Sprache sein?" Nach der überzeugenden Darstellung von Tatsachen und Statistiken, aus der Vorführung von Zeitungen, Büchern, Flugblättern, Fremdenführern, Briefen und Postkarten aus der ganzen Welt in Esperanto mußte die Frage entschieden bejaht werden. — In Dortmouth Kollege in Neu - Hannover hielt Professor Colley einen Esperantokursus; auch sprach er in einer Versammlung der „Gamma-Alpha-Gesellschaft" mit großem Erfolg über Esperanto. — In Pickford beteiligte sich die dortige Esperantogruppe an einem sozialen Fest und warb bei dieser Gelegenheit durch Vorführung "von Esperantosachen mit gutem Erfolg. — In Boston gab die Gruppe zu Ehren eines russischen Esperantisten, der den Winter über an der dortigen Oper als Sänger aufgetreten war, eine sehr gelungene Abschiedsfeier. Es bot sich dabei wieder Gelegenheit, durch kleine Ansprachen von je einem Engländer, Italiener, Deutschen, Russen, Spanier, Katalonier, Polen, Schweden und Neger den Beweis zu erbringen, daß die Dialekte der verschiedenen Völker die Verständlichkeit des Esperanto nicht erschweren. — In Lakeport in Kalifornien hat die Gruppe, die 54 Mitglieder zählt, die Erlaubniß bekommen, die dortigen Schulzimmer zu Unterrichtszwecken und Zusammenkünften der Gruppe zu benutzen. — Auf den Philippinen starb die Gattin des Vizepräsidenten der Nordamerikanischen Esperanto-Gesellschaft und Präsidenten des 6. Kongresses in Washington, Frau Dr. Yemens. Argentinien — In Rosario de Santa Fe wurde ; eine neue Gruppe gegründet. — In ßahia Blanko \ berichten die Tageszeitungen eifrig über Esperanto, -j auch macht eine Ausstellung von Esperantosachen dort gute Propaganda. Brasilien — In Rio de Janeiro fand der 5. Brasilische Esperanto - Kongreß statt. Die Empfangssitzung fand im Ehrensaal der Geographischen Gesellschaft statt; anwesend waren die Minister der Arbeit, des Äußeren, der Landwirtschaft und des Inneren, ferner der Kardinal von Rio de Janeiro, der Polizeipräsident > und der Generalsekretär des Staates Rio de Janeiro, j und schließlich hatten die verschiedenen Staaten noch ; ihre eigenen Vertreter entsandt. In der National- ] Bibliothek fand ein Lichtbildervortrag über die bisher i veranstalteten internationalen Esperanto-Kongresse j statt. Alle Tageszeitungen besprachen den Kongreß I und wiesen darauf hin, welch gewaltige Fortschritte j die Sprache schon gemacht habe und wie diese sicher ; bald zum vollen Siege führen müßten. \ Kuba — Die Oberleitung des Kubaer Zweig- i Vereins vom Roten Kreuz ernannte Herrn Dr. Ruiz ] zum Ehrenmitglied für seine Tätigkeit als Leiter der ! Esperanto-Kurse in dieser Gesellschaft. Auch sandte ! ihn die Regierung als Delegierten zu dem in New-York tagenden internationalen Kongreß über Arbeiterfragen.

Asien

Sibirien — In Tomsk nahmen am letzten Kursus bis zum Schluß 20 Personen teil. Die Freitags stattfindenden regelmäßigen Versammlungen sind durchschnittlich von 25 — 30 Mitgliedern besucht. — In Mugden zählt die Esperantogruppe jetzt 50 Mitglieder. Japan — Auf der Insel Formosa haben sich wieder neue Gruppen gebildet, so in Ŝoaka und Akoo. — In den Goldminen von Tanaka studieren einige Ingeniere Esperanto. — Bei Herrn Rin-Hon-Gen, dem Haupt der reichsten Familie in Formosa, finden Esperantokurse statt. Herr Kodoma aus Tajhoku fährt als Leiter des Kursus dorthin. — Herr Mijaĵima, ein japanischer Musiklehrer, der Esperanto erlernte, hält die Sprache für ausgezeichnet für Gesangsvorträge und bietet solche dem Publikum bei seinen Konzerten. Es muß also doch wohl etwas Wahres am Wohlklang der Sprache sein, wenn aus allen Weltteilen dieselbe Ansicht geäußert wird.

Australien

Der für Pfingsten angesetzte 3. Australische Esperanto-Kongreß kann leider nicht abgehalten werden, da eine Blattern-Epidemie in Sidney ausgebrochen ist. Die großen Entfernungen in Australien, die den Besuch eines gemeinsamen Kongresses sehr erschweren, haben die Frage reif gemacht, ob man nicht für die Folge überhaupt von einem solchen absehen, und an dessen Stelle mehrere Kongresse in den einzelnen Staaten treten lassen sollte. — Die Gruppe von Sidney hat alle Esperantisten zu Pfingsten nach dort zu einer Seefahrt eingeladen, um dabei die Schönheiten des dieserhalb weltbekannten Hafens von Sidney zu besichtigen.

Dr. A. Kategoio:Movado